Jun Shan Yin Zhen 2026

Schon auf den ersten Blick erkennt man, dass man es mit etwas Seltenem zu tun hat: schlanke, speerförmige Knospen in tiefem Olivgrün, jede von einem feinen silbrigen Flaum umhüllt.

Dieser Tee stammt direkt von der Insel Junshan – der Wiege des Gelben Tees, wo er seit Jahrhunderten ohne Unterbrechung hergestellt wird. Der Anbau beschränkt sich auf einige wenige kleine Parzellen, entsprechend gering fällt die jährliche Ernte aus.

Die trockenen Blätter verströmen den Duft von süßem Heu, durchzogen von einem feinen pfeffrigen Prickeln. In der Tasse erinnert der Tee an Grüntee, jedoch ohne dessen grasige Note – tiefer, herzhafter, mit Anklängen von Artischocke und zarten Spargelspitzen. Eine sanfte Süße zieht sich durch den Aufguss, ausbalanciert von einer subtil säuerlichen Frische, die an grünen Bambus erinnert.

Mit jedem Aufguss zeigt sich eine lebhafte Textur: ein pfefferartiges Prickeln, wie ich es in dieser Deutlichkeit bei keinem anderen Tee erlebt habe. Vom Duft der trockenen Knospen bis zum letzten Schluck bleibt dieses spritzige Gefühl präsent, lebendig und überraschend.

Wenn der Geschmack langsam nachklingt, wird die pfeffrige Note sanfter und geht in einen klaren, erfrischenden Nachgeschmack über. Zurück bleibt der anhaltende Eindruck aromatischer Butter – fein, elegant und sauber.

Ganz seinem Wesen als Gelber Tee entsprechend wird er mit der Zeit allmählich milder und tauscht seine Frische gegen mehr Ruhe und Sanftheit.

Geschrieben von Gabriele

Einkauf 2026

Da wir 2025 nicht bei unserem üblichen Teebauern einkaufen konnten, wandten wir uns direkt an Junshandao. Der Tee stammt von lokalen, aus Samen gezogenen Teepflanzen, besteht ausschließlich aus kleinen Knospen und durchläuft ein kurzes meng huang von etwa zwei Tagen – sanfter und leichter als bei Mengding Huang Ya. Das Ergebnis: keinerlei grasige Grünteenoten, sondern stattdessen die charakteristische spritzige, pfeffrige Textur, die einen authentischen Jun Shan Yin Zhen höchster Qualität auszeichnet.
Für unseren Einkauf 2026 suchten wir sowohl nach den größeren, stärker beflaumten Knospen, die wir in früheren Jahren bezogen hatten, als auch nach den grüneren, authentischeren Knospen von der Insel. Bei Letzteren fanden wir erneut den hervorragenden Charakter der Charge des Vorjahres, während die größeren und flaumigeren Knospen weiterhin enttäuschten: am Gaumen abgestanden und ohne die nötige Komplexität und Tiefe. Daher entschieden wir uns auch dieses Jahr wieder ausschließlich für die Knospen von der Insel – aufgegeben haben wir den anderen Stil jedoch nicht. Im nächsten Jahr werden wir beide Tees erneut verkosten, in der Hoffnung, Ihnen schließlich beide für einen wirklich lohnenden Vergleich anbieten zu können.

  • HERKUNFT: Junshandao, Junshan, Yueyang, Hunan, China
  • WAS DER NAME BEDEUTET: Silbernadeln aus Junshan (jun shan yin zhen)
  • ZÜCHTUNG: Jun shan cai cha (aus Samen vermehrt)
  • GEERNTET AM: 2. April 2026
  • GESCHMACK: Artischocke, Pfeffer, grüner Bambus
1
10 Stück auf Lager
27.50 €
IN DER TEEKANNE
  • Menge: 6g / 500ml
  • Wassertemperatur: 85°C
  • Ziehzeit: 5 Min.
NACH GONGFU CHA-ART
  • Menge: 3g / 100ml
  • Wassertemperatur: 85°C
  • 4 Aufgüsse: 60, 60, 90, 120 Sek.

Für beste Ergebnisse beim Gongfu Cha empfehlen wir die Zubereitung im traditionellen Gaiwan. Eine zu hohe Wassertemperatur würde die Blätter verbrennen und zu einem bitteren Geschmack führen.